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Den Wald-Wild-Konflikt gibt es nicht


Einen Wald-Wild-Konflikt gibt es nicht, nur einen Konflikt zwischen Menschen.


Wenn wir ehrlich sind wird die „Kontrolle und Nutzung von Wildtieren“ von der Allgemeinheit nur dort akzeptiert, wo die Bedrohung durch die Wildtiere für den eigenen Besitz unmittelbar spürbar ist.


Wenn der Fuchs den Hühnerstall leer räumt.

Wenn der Wolf dem Schäfer seine Existenz nimmt.

Wenn die Sau den geliebten Jagdgefährten schlägt.

Wenn man selbst finanziell dafür einstehen muss, dass das Schwarzwild Schäden verursacht hat.


Wenn es einem persönlich weh tut.


Und damit ist die Akzeptanz ganz konkret an jagdliche Traditionen und die Wildschadensersatzleistung gebunden.


Raubwild erlegen ist akzeptiert.


Schwarzwild erlegen ist akzeptiert.


Rehwild erlegen ist nur dann akzeptiert, wenn es eine bestimmte Anzahl nicht überschreitet. Diese ist nicht rational gewählt, sondern irrational und emotional.


Bitte bloß nicht die Interessen der Gesellschaft oder der Grundeigentümer miteinbeziehen! Obwohl man selbst zu dieser Gesellschaft gehört und die Interessen für einen persönlich relevant sind...


Ich erinnere mich an ein Bild in einer Facebook-Gruppe, bei dem die Strecke nach einer Bewegungsjagd ausgelegt war. Geschätzt lagen dort um die 50 Stück Rehwild und 3 Stück Schwarzwild - der Aufschrei war riesig.


Keiner hat sachlich gefragt:

Wie groß war das Revier und wie sind dessen Begebenheiten? Wie hoch ist der Wildbestand? Wie hoch ist die Lebensraumkapazität? In welchem Verhältnis zur Lebensraumkapazität steht der Wildbestand?

Wie hoch war die Strecke der Einzeljagd im laufenden Jagdjahr?


Das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die man stellen kann um eine gelungene von einer nicht gelungenen Jagdausübung zu unterscheiden. Doch warum interessiert sich keiner dafür?!


„Das haben wir schon immer so gemacht“… Ein Problem lösen wir NIE mit der Denkweise, mit der es entstanden ist - das gilt nicht nur für den Wald-Wild-Konflikt.


Damit möchte ich nicht provozieren, sondern das Bewusstsein stärken. Die Emotionen das sein zu lassen, was sie sind, und die Jagd und ihren Nutzen etwas sachlicher zu sehen. Unser Jagderlebnis darf und soll emotional bleiben! Das steht nicht im Widerspruch dazu logisch zu verstehen, praktisch korrekt umzusetzen und das Handwerk zu professionalisieren. Mit allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die wir in den meisten Fällen schon seit Jahrzehnten haben.


Interessiert dort hin zu schauen, wo ein bekanntes Problem gelöst ist; wo etwas in der Praxis funktioniert, von dem man bisher nicht wusste WIE es funktioniert.

Offen und bereit sein, sich etwas Neues anzueignen.


Wir lernen jeden Tag dazu. Du auch?


Besuche ein Seminar bei uns und stärke Dich!


Anja Lohmeyer, Pro Jagdkonzept GmbH





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